Als Leihkraft in der Pflege –
ein Erfahrungsbericht

Margit Gerhardy,  Fachpflegekraft für Anästhesie aus Berlin, arbeitet seit Anfang 2017 für Hire a Nurse.

Angefangen hat sie als Minijobberin, mittlerweile arbeitet sie Vollzeit in Arbeitnehmerüberlassung.

Frau Gerhardy, Sie sind schon lange in der Pflege tätig, warum haben Sie Ihre Anstellung in der Klinik aufgegeben, um in Arbeitnehmerüberlassung zu arbeiten?

Gerhardy: „Ich habe eine Freundin, die Anästhesistin ist und bei der AnästhesieAgentur in Arbeitnehmerüberlassung arbeitet. Wir haben uns darüber unterhalten und sie meinte, dass sie total zufrieden ist mit den Arbeitszeiten und weniger Stress hat, und da habe ich bei Hire a Nurse angerufen.

Man hat mir damals geraten, erst einmal auf 450€ Basis anzufangen, damit ich sehen kann, ob das etwas für mich ist. Außerdem hatte ich dadurch Zeit, meinen neuen Arbeitgeber kennenzulernen und zu schauen, wie das funktioniert. Am Anfang hört man ja immer, das alles schön ist, aber ich habe mich da gut aufgehoben gefühlt, konnte meine Interessen angeben und darauf wurde eingegangen. Das fand ich gut.

Den Minijob habe ich zwei Jahre gemacht und dann bin ich gänzlich in die Arbeitnehmerüberlassung in der Pflege gewechselt, weil ich aus gesundheitlichen Gründen aus der Klinik fort musste. Ich konnte tagsüber nicht mehr schlafen, wenn ich aus dem Nachtdienst kam, hatte chronische Gastritis und meine Hausärztin hat mir geraten, etwas zu verändern. Und mir geht es bisher gut damit, ich war nicht einmal krank und kann besser schlafen. Das ist ein guter Weg für mich gewesen.“

Arbeitnehmerüberlassung in der Pflege

Warum meinen Sie, wechseln Pflegekräfte in die Arbeitnehmerüberlassung und was erwartet sie dort?

Gerhardy: Ich denke, sie sind unzufrieden mit dem Gehalt und die Familie leidet viel darunter, wenn der eine Partner oder gar beide in Schichten arbeiten. Das kann auf Dauer nicht gut gehen, und es ist ja auch belegt, dass das gesundheitliche Probleme mit sich bringt.

Was Sie erwartet? In erster Linie natürlich die örtliche Veränderung. Man muss sich erst einmal orientieren, wenn man ankommt. Man muss wissen: wo steht der Defi, wo steht das Videolaryngoskop, wo steht das Bronchoskop. Aber am Ende ist die Arbeit an sich ja überall gleich.

Man muss natürlich flexibel sein. Ich wurde von vornherein gefragt, ob ich bereit sei, auch außerhalb Berlins zu arbeiten. Dazu habe ich mich bereit erklärt. Meine Arbeitsstelle ist jetzt nicht mehr vor der Haustür. Ich reise unter Umständen ein paar Hundert Kilometer und bin von zuhause weg.

 

Welche Vorteile hat die Arbeitnehmerüberlassung in der Pflege speziell für Sie im Vergleich zu Ihrem alten Job?

Ich arbeite nur noch von montags bis freitags und habe kein Schichtsystem, keinen Feiertagsdienst. Gerade die Schichten haben mich gesundheitlich ja ziemlich runtergezogen, und damit ich meine Arbeitskraft noch lange erhalten kann, musste und wollte ich diesen Weg gehen. Bisher habe ich nur positive Erfahrungen gemacht und ich denke, es wird auch so weiterlaufen.

 

Gibt es auch Nachteile einer Leiharbeit in der Pflege?

Ja, wenn es zu weit ist mit der Fahrerei. Aber ich entscheide ja, ob ich den Einsatz annehmen möchte oder ob mir das zu weit ist. Die Nachteile sind vor allem im persönlichen Bereich. Man kann nicht mehr jeden Tag oder jedes Wochenende zuhause sein. Man kann sich jetzt nicht mehr so oft mit Freunden treffen und muss sich auf fremde Menschen einstellen. Aber das ist ja alles nur vorübergehend. In meinem Fall überwiegen aber die Vorteile, und ich finde es interessant, Ecken in Deutschland kennenzulernen, in denen ich noch nie war.

Wie erleben Sie Ihre Dienste in den verschiedenen Einrichtungen und wie empfinden Sie die Zusammenarbeit mit den Teams vor Ort?

Bisher wurde ich immer sehr freundlich und nett aufgenommen. Ich hatte auch stets am ersten Tag jemanden an meiner Seite, der mir alles gezeigt hat. Ich habe mich nie ausgeschlossen gefühlt, habe mit am Tisch gesessen und mitdiskutiert. Ich wurde nicht anders behandelt.

Das Miteinander-Arbeiten ist in einem fremden Team anfangs natürlich nicht so fließend und etwas distanzierter. Aber wenn man länger da ist, ist das Verhältnis auch lockerer. Das ist, glaube ich, nur die Anfangszeit: man kennt sich nicht, man weiß nicht, wie fit ist der eine, und da ist man ein bisschen vorsichtig.

Im Sommer war ich zwei Monate in einer Klinik und das war so herzlich bei der Verabschiedung, das habe ich noch nicht einmal in meiner eigenen Abteilung früher erlebt. Die haben mir ein kleines Abschiedsgeschenk gemacht und sich bei mir bedankt und gesagt: „Wir waren froh, dass du da warst und schade, dass du schon gehen musst. Wir würden dich gerne noch länger behalten, du hast dich so schnell integriert.“ Das fand ich so ergreifend und es hat mich total gefreut. Das war wirklich ein tolles Erlebnis!


Warum würden Sie Pflegekräften eine Anstellung bei Hire a Nurse empfehlen?

Ich finde, Hire a Nurse ist eine kleine und feine Agentur. Ich habe den Eindruck, dass es familiär zugeht. Meine Ansprechpartnerinnen sind immer erreichbar, ich kann meine Wünsche angeben und es wird versucht, alles möglich zu machen. Ich denke, wer die Entscheidung trifft, sich zu verändern, sollte sich eine kleine Agentur suchen, sonst geht man unter.

Arbeitnehmerüberlassung in der Pflege

Als Pflegekraft in die Zeitarbeit

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